Digitalisierung der Modellbahn

#1 von Michel , 01.11.2021 12:10

Moin in die Runde,

da ich noch blutiger Anfänger bin, wollte ich mal fragen, welche Vor- und Nachteile die Digitalisierung einer Modellbahn mit sich führen.

Sonnige Grüße aus dem Cuxland

Michel

 
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#2 von Bernd , 01.11.2021 18:21

Moin Michel und alle Mitleser,

ich kann Dir die Frage nur ganz persönlich beantworten. Für mich war irgendwann klar: Ich werde analog fahren. Die Haupt-Nachteile eines digitalen Betriebs waren für mich:
1. der Kostenfaktor:
Viele Lokomotiven mit Dekodern nachrüsten, dann die Dekoder für Weichen. Dann die Digitalzentrale, Booster, Steuergeräte. Und speziell bei alten Fleischmann-H0-Loks das Austauschen der Motorschilder. Das geht auf Dauer schon arg ins Geld. Ich persönlich investiere mein Geld dann lieber in neue (alte) Modelle statt in das Umrüsten der alten Schätzchen.
2. der Zeit-Faktor:
Als Fleischmann H0-Fahrer mit vielen analogen Modellen wäre das Umrüsten auf den digitalen Betrieb eine langwierige Sache. Und es geht ja nicht nur um Loks, sondern auch um alle beleuchteten Wagen, die auf digital umgerüstet werden müssen. Zudem sind gerade jüngere Modelle nicht mehr so einfach zu öffnen; zudem sehr filigran, so dass einem leicht mal etwas abknickt beim Umrüsten. Auch das braucht dann wieder Zeit für die Reparatur.
3. der Spaßfaktor:
Mir ist klar geworden, dass es mir persönlich nicht darum geht, die super realistische Modellbahn mit Güterbahnhof und Fahrstraßenschaltungen zu bauen. Wenn ich eine Weiche analog anschließe, dann kann ich jeden Draht nachvollziehen und weiß genau, wie alles funktioniert. Analoger Betrieb macht mir einfach spaß. Schaltungen mit Dioden und Relais reichen mir völlig aus für kleine Automationen. Schön am Trafo drehen und der Zug fährt los. Für mich das größte Glück :)
4. der Funktionsfaktor:
Nachdem ich in den 1990er Jahren begonnen hatte, alles auf digital umzustellen habe ich bemerkt, dass die digitalen Lokomotiven zum stottern und stehenbleiben neigen. Auch jeder kleine Kurzschluss sorgt sofort für ein Stehenbleiben der ganzen Anlage. Mich hatte das gestört. Ich muss aber dazu sagen: Damals waren die Dekoder auch noch nicht so gut wie heute.

Zu den VORTEILEN eines digitalen Betriebs von Fleischmann-H0 kann @Manuel K garantiert viel sagen. Er ist ein Experte darin. Ich würde sogar sagen ein Genie. Manuel, wenn Du Lust hast, verliere doch ein paar Worte über die Vorteile des digitalen Betriebs mit Fleischmann-H0.

Lieben Gruß,
Bernd


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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#3 von gelöscht (04.01.22) , 01.11.2021 20:04

Hallo zusammen,

interessantes Thema, jedoch nicht so einfach zu beantworten. Ich fange mal so an, das ich analog, wie auch digital gleichmaßen habe und beide Systeme sind interessant.

Ich arbeite mal die Punkte die Bernd aufgeführt ab.


Vorraussetzungen:

Es spielen mehrere Faktoren dazu.

Jeder kennt analog, für kleine bis mittlere Anlagen, wo nur 1 bis 2 Züge eingesetzt werden, die man selbst steuert ist das ok. Möchte man aber mehr Züge gleichzeitig fahren, wird es schon schwierig alle unter Kontrolle zu halten, vor allem auch denn wenn es in mehrere Ebenen geht. Bis zu einer gewissen Größenordnung kommt man mit Analog gut klar, aber ab einer gewissen Komplexität der Anlage und des Fahrbetriebs wird es einfach zu kompliziert und hier kommt dann digital ins Spiel. Es geht hier nicht nur um die Vollautomatisierung, sondern um Fahrstrassensicherungen etc. Diese ganze Sonderfunktionen haben natürlich auch einen Preis, der sich aber meiner Erfahrung nach auszahlt. Dazu später mehr...

Möchte man nur Digital fahren und die Vorzüge ( mehrere Loks auf einem Gleis, Sonderfunktionen etc. ) geniesen, reicht es wenn man die Lok mit Dekoder versieht. Aktuelle haben dazu eine Schnittstelle, Dekoder anstecken, kurz Programmieren und der Spaß beginnt. Zum Steuern reicht etwas einfaches, wie z.B. eine Roco Multimaus. Übrigens, wenn man sich dazu entschliessen sollte heute damit einzusteigen, würde ich nicht auf alte Systeme wie FMZ, oder Selectrics setzten, sondern auf DCC- Format.

Der größte Vorteil neben mehreren Loks auf einem Gleis ist aber, das man die Motoren einstellen und anpassen kann, wenn es mechanisch paßt. Es gibt Lastregelung, Anfahr und Bremszeiten, man kann alles beliegig in sehr weiten Teilen programmieren. Es kommt definitiv dem Fahrspaß zu Gute. Auch ein weichtiger Punkt, zu schnelle Loks kann man einbremsen, was analog nur sehr aufwendig geht. Alternativ, könnte man um ähnliche Fahreigenschaften zu erzielen hochwertige Fahrgeräte z.B. Heißwolf, Roco ASC2000 etc. einsetzen.

Zu den Fleischmann Loks und deren Umbau, hier kommt es drauf an, wie man selbst technisch bewandert ist. Es gibt massefreie Motorschilder ( ca 15 Euro ), ein Dekoder kostet ca 32 Euro ( ESU V5 DCC ), oder aber es geht günstiger, wenn man sich das Motorschild aus zwei alten selbst umbaut, alternativ kann man aber auch CD Rom Laufwerke schlachten und daraus die Motoren ( CVD ) verwenden, letzteres bekommt man oftmals als Schrott umsonst.

Also, Dekoder ca. 32 Euro haben wir als Kosten immer, kann man die Umbauten selbst erledigen kommen nicht zwangsläufig weitere Kosten dazu. Rechnen wir mal hoch, statt 4 gebrauchte Loks, bekommt man eben nur 3, aber die dann mit allen Vorzügen der Fahreigenschaften, die möglichen Sonderfunktionen lasse ich mal aussen vor. Statt 2 Trafos a 50 Euro gut gebraucht, für nur 2 Stromkreise eine Roco Multimaus ab ca 100 Euro zu bekommen, reicht für 9999 Loks zu steuern und ist nur durch die Leistungsabgabe von 2 Ampere begrenzt. Reicht das nicht aus, kann man einen Booster aufrüsten.

Beleuchtung von Wagen, ist auch nicht aufwendiger, man sollte im minimal Fall bloß die Lampen gegen 19 Volt austauschen ( übrigens auch die elegantere Variante in den Loks, obwohl man auch den Ausgang dimmen kann ), wenn man nicht sowieso gleich Led Beleuchtung einsetzt. Ich habe in meinem Fall 100te Wagen mit eigenen Schaltungen ausgerüstet, umgerechnet pro Wagen ca 4 Euro, flackerfrei!

Damit haben wir mal den Punkt Fahren soweit abgehakt. Kommen wir zum Steuern.

Möchte man aber digital Schalten und Fahren, sollte man etwas mehr Geld investieren und sich eine Zentrale nehmen ( die Kosten für z.B. eine einfache Multimaus können gespart werden ) , die jederzeit ausbaufähig ist. Am Besten eignen sich dann Zentralen mit ein oder zwei Fahrregler ( Drehknöpfe ) und einem großen Display, auf dem man sein Layout anlegen und schalten kann. Oftmals kann man damit dann auch gleich ganze Fahrstrassen schalten. Damit haben wir wieder ein ganz großes Komfortplus.
Zu den Kosten, ja hier wird es etwas teurer gegenüber analog und zwar ca. 30 Euro für einen Schaltdekoder, der 4 Weichen mit elektromagnetischen Antrieben, oder 8 Entkuppler schalten kann. Es geht auch gemischter Betrieb z.B. 2 Weichen und 4 Entkuppler.

Nachteil: ca. 30 Euro je Dekoder
Vorteile: etwas weniger Verkabelungsaufwand, da die Teile Schaltimpuls, zeitlich begrenzt raushauen können, ist es egal ob eine Weiche endabgeschaltet, oder nicht ist. Durch den kurzen Impuls wird die Weiche sicher und ohne Überlast, mit zeitlich begrenzten Impuls geschaltet. Die Hardwre muß nur einmal richtig angeschlossen werden. Wenn eine Weiche nicht richtig herum schalten, brauch man nicht unter die Anlage um da wieder die Kabel umzu drehen, sonder erledigt das bequem per CV Wert. Der größte Vorteil ist aber, während man bei analog irgendwas in einer Reihenfolge ( z.B. Fahrstrasse ) schalten möchte, kann der Aufwand dazu sehr hoch werden und es kann damit nur die eine Aufgabe erledigt werden. Digital habe ich die Hardware einmal angeschlossen und konfiguriert und kann dannach völlig flexibel und variabel alles mögliche machen. Das ist letzlich der entscheideste Vorteil neben der Bequemen Konfiguration. Außerdem, durch die programmierbaren Fahrstrassen wird auch unser Zugverkehr sicherer ( es gibt auch weniger Schäden am Rollmaterial )
Rechnen wir mal eine mittelgroße Anlage mit 10 Weichen und 4 Entkuppler als Beispiel. Alle Weichen haben elektromagnetische Antriebe. Wir brauchen dafür 3 Schaltdekoder entsprechend ca. 90 Euro erhalten als Gegenwert, sicheres und vorallem schonendes Schalten der Weichenantriebe, bequemes Konfigurieren, ohne unter der Platte herum turnen zu müssen und wir können alle Weichen völlig variabel zu einer Fahrstrasse zusammenbauen und auch einfach Erweitern oder Umbauen. Außerdem, brauchen wir kein Stellpult aufwendig zu bauen, da wir das alles übers Display der Zentrale machen. Die Kosten dazu sparen wir ein. Auch beim Verkabelungsaufwand können wir so einiges sparen. Die Dekoder plaziert man in der Nähe der Verbraucher, wir benötigen nur 2 Boosterkabel von der Zentrale her kommend, sowie 2 Kabel für die Stromversorgung. Einige Dekoder können auch aus dem Boosterstrom die Verbraucher mit versorgen, davon rate ich jedoch dringend ab. Der Boosterstrom sollte nur zum Fahren und für Datenübertragung genutzt werden, da er begrenzt ist.

Die bis dato erklärten Varianten sind für alle bestens geeignet, wenn man selbst so viel wie möglich Betrieb machen möchte. Die Vorteile gegenüber der analogen Technik überwiegen hier einfach.

Vollaustattung / Highend:

Was meine ich damit ? Na, Schalten, Fahren mit Software. Und gleich eins Vorab, nur weil eine Anlage Software gesteuert wird, heißt das nicht, das die Anlage dann gleich vollautomatisch ist und man selbst nichts mehr machen kann, außer zu schauen!
Ab einer gewissen Größenordnung kommt man einfach nicht mehr drumherum die Anlage softwaregestützt ( ich nehme absichtlich dieses Wort ) fahren zu lassen. Anders gesagt für eine 2 m² Anlage mit nur 1-2 Züge drauf wäre das völlig überzogen mit Vollausstattung zu arbeiten.

Während sich zuvor die Kosten und Verkabelungsaufwand noch in einem akzeptablen Rahmen hielten, geht es hier schon mehr zur Sache.

Schalten und Fahren können wir ja bereits mit der v.g. Ausstattung, aber der Computer, bzw. die Software muß, um steuern zu können ja auch wissen, wo sich eigentlich die Züge befinden. Dazu benötigt man Rückmelder. Da wir 2 Leiter fahren benötigen wir Rückmeldemodule mit Gleisbesetztmelder ( Stromfühler, Verbraucher z.B. Motor, Beleuchtung, Achsen mit Widerstand versehen benötigt Strom ), das sind die Augen des Computers. je genauer der PC weiß, wo sich die Züge befinden, umso genauer und sicherer kann er auch die Züge steuern.

Haben wir es schrittweise aufgebaut, also erst Zentrale plus Schaltdekoder, jetzt rüsten wir Rückmeldemodule und Software auf, kommt man auch kostenmäßig etwas besser ans Ziel, da wir eben stepweise aufrüsten.

Tip:
Generell, wenn man aber vor hat irgendwann voll Digital zu fahren, sollte man alle Trennstellen für die Rückmelder bereits beim Bau berücksichtigen und einbauen. So lange man noch keine Gleisbesetzmelder besitzt können die Trennstellen überbrückt werden.


Solche Module können in der Regel 8, oder 16 Abschnitte überwachen. Ein Modul kostet ca. 75 Euro Während eine Weichenstrasse mit einem Abschnitt überwacht werden kann, muß ein Abstelltgleis, Haltegleis mit mehreren Abschnitten überwacht werden. Schattenbahnhofsgleis hier reichen zumeist 2-3 Melder, im Bahnhof sollte man mind. 3 Melder ( feinfühliges Bremsen, evteuell auch in 2 Richtungen befahrbar ) einplanen. Auf der Strecke reicht 1 Melder, ist ein längere Strecke auf der man auch Blockbschnitte einbauen kann, sind es wieder 2-3 Melder. Hat man seinen Gleisplan stehen, sollte man die Melder entsprechend einplanen. Die Rückmelder mit Gleisbesetztmelder ( wird bei 2 L benötigt ) sind realtiv teuer, trotzdem sollte man sich dabei auch ein paar Melder auf Reserve einplanen. Wie gesagt, die Rückmelder sind die Augen des PC´s, je mehr Infos die Software bekommt, wo genau sich die Züge befinden, umso besser können sie gesteuert und überwacht werden. Damit erreichen wir eine völlständige Überwachen, wenn man sie Schienenseitig lückenlos aufbaut. Aber und das ist entscheident. Diese Melder dienen nicht nur zum Rückmelden, sondern wir können diese auch gleichzeitig nutzen, um irgendetwas auszulösen.

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Vollausstattung ist die passende Software, für seine Ansprüche. Es gibt freie Software, wie z.B. Rocrail, es gibt Software die auf Vollautomatik ausgelegt sind und es gibt Software, die in weiten Teilen für eigene Ansprüche konfiguriert und programmiert werden kann.

Was heißt das nun ?

Fall 1
Jemand programmiert gerne, der ist mit Rocrail ( soweit ich weiß kostenlos ) gut beraten. In wie weit man da seine Ideen umsetzen kann entzieht sich meiner Kenntnis. Ich hatte mal kurz Rocrail getestet, das war jedoch zu den Anfangszeiten von Rocorail.

Fall 2
Die Anlage soll zu Showzwecke benutzt werden, also alles vollautomatisch, aber nicht groß von Hand bedient, dann sollte man sich eine Software suchen, die eben auf Vollautomatik ausgelegt ist. Kommt für mich nicht in Frage, ich möchte keinen starren Ablauf haben.

Fall 3 ( wie in meinem Fall )

Ich möchte vollautomatischen Betrieb ( hier aber auch keinen starren Ablauf, sondern in weiten Teilen eingreifbar und Sonderprogramme optinla dazu wählbar ) nach Fahrplan und Zugzusammenstellungslisten, ich möchte das der PC den Stellwerker macht, während ich in die Rolle des Lokführers schlüpfe, oder umgekehrt, der PC ist der Lokführer, ich bin der Fahrdienstleiter. Ich möchte meine eigenen Ideen mit einbringen, z.B. Betrieb und Bedienung möglichst nach Ril 408 der DB Netz AG uvm.

Als Situation, der normale Betrieb läuft nach Fahrplan automatisch. irgendwann bekomme ich einen Zusteller in den Bahnhof geschickt der Wagen zustellen soll. Die Zugfahrt, wird im Bahnhof beendet und ab hier übernehme ich den Zug und rangiere ihn von Hand. Die Fahrstrassen dazu steuert der PC, in der Rolle als Fahrdienstleiter. Nachdem ich den Zug fertig zugestellt und die Aufgabe abgearbeitet habe, steht meine Lok nun abfahrbereit vor dem Ausfahrsignal, der PC kann die Lok nach meiner Zustimmung wieder übernehmen und in den Fahrplan einreihen. In dem Fall habe ich Vollautomatik und Handbetrieb kombiniert.

Weitere Situation, ich bin der Fahrdienstleiter meines Bahnhofs, von links und recht kommen die Züge die der PC nach Fahrplan schickt und ich muß diese natürlich sicher durch meinen Bahnhof leiten. Überholen kreuzen, enden, flügeln uvm....

In dem Fall ist man sehr gut mit WinDigipet bedient. Hier kann und muß man recht viel Programmieren, aber die Möglichkeiten sind absolut flexibel und fast unbegrenzt.

Eines muß aber jedem klar sein!

Nein, Software aufspielen und alles läuft gleich, das geht defintiv nicht. Man muß sich in allen Fällen schon ein wenig mit der Software auseinander setzen. PC Grundkenntnisse wären hier auch sinnvoll.

Die Kosten für eine gute Software mit allen Möglichkeiten liegen bei ca 450-500 Euro , hiervon gibt es auch Sparversionen, die von den Möglichkeiten begrenzt sind ( z.B. nur 100 Magnetartikel oder so ähnlich ) die die Hälfte kosten. Hier muß man halt schauen, was reicht mir für meine Anlage und Anforderungen. Von Rocrail rate ich in soweit ab, da man hier oft recht komplex programmieren muß. Nicht jeder ist der Held des Pc´s ( ich übrigens auch nicht ).
Bei den Rückmelder mit Gleisbesetzmelder kann ich keinen Preis als Beispiel nennen, da es von der Anlage abhängt.

Einen wichtigen Punkt habe ich fast vergessen, Betriebssicherheit!

Es ist egal, ob nun analog, oder Digtial, sind Schienen, oder Räder dreckig, läuft in keinem System etwas vernünftig. Zu Bernds Aussage, das Digital dagegen Empfindlicher sind, stimmt nur bedingt. Wie er schon richtig vermutet hat, hat sich tatsächlich hier etwas getan. Die alten Dekoder haben keinen Stützkondensator auf der Platine, kommt es zu einem Aussetzer, fängt es direkt an zu rucken, weil die Daten die der Dekoder benötigt verloren gehen. Dies gilt für fast alle älteren Dekoder, sowie Werksdekoder ( zumeist billigste Massenware ).
Auch aktuell gibt es leider immer noch Dekoder, die auf Aussetzer alergisch reagieren. Es soll jetzt keine Werbung sein, aber ab der ESU hat auf allen Dekoder ( ab V3 ) einen Stützkondesator verbaut, die kennen solcher Probleme nicht. Nehme ich aber z.B. die Roco BR 290 aus der Startpackung, welche nur einen Billigst Massenwarendekoder ( weiß nicht wo sie den eingekauft hatten ), da treten die Probleme wier Bernd beschrieben hat auf. Tausche ich den ollen Werksdekoder gegen einen ESU V3, V4, V5 fährt diese Lok einwandfrei.

Mein Tip dazu: Persönlich habe ich mit ESU Dekoder die besten Erfahrungen gemacht. Natürlich gibt es auch andere gute Hersteller. Sie unterscheiden sich aber alle etwas in der Programmierung, trotz der Norm. Eine reine CV Programmierung z.B. mit einer Multimaus, ist recht umständlich, auch kann vieles nicht ausgelesen werden. Vor allem Mapping Geschichten sind bei manchen recht umständlich. Wer also öfter Loks umbaut, oder in Betrieb hat, der sollte sich einen Programmer des Dekoderherstellers zulegen. Mit den Programmern wird es dann fast zum Kinderspiel die Dekoder auch richtig einzustellen. Ich habe mich in meinem Fall für ESU Dekoder entschieden, alternativ auch Uhlenbrock ( nur neuste Generation ). Zum Programmieren nutze ich in der Regel für ESU Dekoder, der ESU Programmer ( einfachste Bedienung und Menüführung ) und bei anderen Dekoder nutze ich meine Zentrale.

Fazit:

Software gestützt heißt nicht gleich Vollautomatik!!! Ich weiß auch nicht wo dieser Mythos herkommt. Ganz klar, nein Software heißt nicht gleich Vollautomatik. Es kommt auf die Software drauf an und was man selbst damit anstellt.

Gesamtfazit:

Egal ob Analog, oder Digital interessant sind beide Systeme auf jeden Fall. Jeder für sich sollte abwägen, welches System für seine Anlage geeigneter ist, zudem kommt auch dazu, welcher Betriebstyp man selbst ist. Ich hoffe hierzu konnte mein Bericht mehr Aufschluß dazu geben. Zu den Kosten, wie man anhand der obigen Beschreibung schon erkennen kann, kann man das Ganze schrittweise aufbauen und damit die Kosten im Zaum halten, wichtig hierbei ist nur, das man Komponenten wählt, die möglichst flexibel erweiterbar sind. Zur Software, jeder guter Hersteller hat Demoversionen, bevor man sich für eine entscheidet, sollte man sich die Demoversionen anschauen. Noch besser ist es jedoch mal solche Seminare ( werden oftmals auch in Vereine kostenlos angeboten ) zu nutzen und dort auch die Erfahrungen von anderen Modellbahnern einzuholen.

gelöscht (04.01.22)  
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#4 von Michel , 14.11.2021 20:51

Moin

danke euch beiden für die ausführlichen Antworten, bin echt überwältigt.

Könnt ihr mir eventuell einen Dekoder empfehlen und ob mit oder ohne schnittstelle?

Sonnige Grüße

Michel

 
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#5 von Bernd , 15.11.2021 15:36

Moin Michel,

die Frage ist sehr allgemein gestellt. Meinst Du jetzt einen Dekoder für deine BR 212 - oder so ganz allgemein eine Dekoder-Marke? Ganz allgemein empfiehlt @Manuel K in seinem Betrag die Dekoder von ESU.

Liebe Grüße,
Bernd


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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#6 von Michel , 16.11.2021 11:01

Wie kann ich denn mein motorschild massefrei machen oder ist meins schon massefrei?

20211115_230458.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Sonnige Grüße

Michel

 
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#7 von Bernd , 16.11.2021 13:56

Moin Michel,
dein Motorschild ist schon massefrei. Das bedeutet, dass beide Strom-Anschlüsse des Motors nicht mit den Metallteilen der Lok verbunden sind. Das heißt, Du kannst diese Lok vergleichsweise einfach auf Digitalbetrieb umlöten.


Die blauen Punkte symbolisieren die Masse.
Der rote und der grüne Punkt sind die Motoranschlüsse. Die beiden dürfen für den Digitalumbau nicht mit der Masse verbunden sein.
Wo das dunkelrote Fragezeichen hingemalt ist, sollte man vielleicht überprüfen, ob nicht versehentlich eine Masseverbindung hergestellt wurde.

Lieben Gruß,
Bernd


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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#8 von Michel , 16.11.2021 18:42

Moin ihr Lieben,

ja das oben wo das Fragezeichen ist war mein erster lötversuch. wollte eh dann alle lötverbindungen komplett neu machen.

@Manuel K welche Zentrale nutzt du für deine MoBa?

Sonnige Grüße

Michel

 
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#9 von gelöscht (04.01.22) , 16.11.2021 20:20

Hallo zusammen,

also Das Motorschild ansich ist Massefrei. Deine Lötung oben rechts sieht allerdings nicht so wirklich danach aus, da die blanke Lötstelle vermuttlich an das Motorgehäuse kommt und da überbrückt wird.
Bei Digitalumbaten schmeisse ich die Drossel ( graue Teil zwischen den zwei Motorpolen ) und das Teil mit der roten Wicklung raus. Beides, ebenso wie sämtliche Arten von Motorentstörungen können den Dekoder stören.

Vorsicht auch, es gibt neuere Motorschilder, da ist ein Pol mit dem Bronzelager mttog verbunden, auch das sollte mittels Dremel und Trennscheibe entfernt werden. Wenn Du nicht genau weißt, hilft ein Messgerät ( Piepfunktion , dies stellst Du auf Durchgangsmessung ein. Eine Messleitung hälst Du gegen Masse ( z.b. Schraube des Motorschilds ) und die andere Leitung je an den Motorpol selbst. In beiden Fällen darf es nicht piepsen, also kein Durchgang vorhanden sein. Damit bist Du immer auf der sicheren Seite

PS: Ihr braucht mir keine PN zu schreiben, ich seh auch so, wenn neue Berichte, Postings erscheinen ;-)

Zu Deiner Frage mit der Zentrale, ich habe mehrere Zentralen, benutze aber an meiner Hauptanlage die Märklin CS2 im reinen DCC Format.

gelöscht (04.01.22)  
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RE: Digitalisierung der Modellbahn

#10 von Bernd , 17.11.2021 08:31

Zitat von Manuel K im Beitrag #9
PS: Ihr braucht mir keine PN zu schreiben, ich seh auch so, wenn neue Berichte, Postings erscheinen ;-)



Moin Manuel,
das xobor Forum verschickt automatisch eine PN, wenn man einen Kollegen mit @ nennt. Du kannst das aber abschalten unter:
Einstellungen > Benachrichtigungen und das Verhalten des Forums ändern > "Bei einer neuen @Verlinkung" auf "nicht per PN benachrichtigen" setzen.
Lieben Gruß & hoffentlich bis bald,
Bernd


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